Behinderte Künstler: Jugend-Freizeitgruppe Herkules im Kinderzentrum St. Martin

Mein bester Freund in Acryl auf Leinwand

Jugendgruppe Herkules gestaltet Bilder für Kinderzentrum St. Martin

Riesigen Spaß und unermessliche Freude über ihren Erfolg hatten die Jugendlichen der Freizeitgruppe Herkules beim Malen im Kinderzentrum St. Martin in Regensburg. Unter Anleitung von Künstlerin Renate Haimerl-Brosch gestalteten sie mit Acrylfarben auf Leinwand zwölf großformatige Bilder, mit denen nun die Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge künstlerisch ausgestaltet wird.


Die Jugendlichen mit ihren Helfern und Betreuern. Zweite von links: Angelika Aisch, Leiterin des Kinderzentrums St. Martin. Dritte von rechts (stehend): Künstlerin Renate Haimerl-Brosch.

"Wir wollen die künstlerische Ausgestaltung in Fluren, Treppenhäusern und Zimmern unseres Kinderzentrums ergänzen und auch einmal wieder etwas Neues präsentieren", sagte Diplom Medizinerin Angelika Aisch, die Leiterin des Kinderzentrums St. Martin in der Wieshuberstraße in Reinhausen. "Wer kann uns da helfen?"

Dass behinderte Jugendliche mithelfen könnten, eine Behinderteneinrichtung für Kinder künstlerisch auszugestalten, das war eine hervorragende Idee, fand die Vorsitzende des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte, Christa Weiß, als sie von Aisch darauf angesprochen wurde. "Ich frag mal nach bei unserer Jugendfreizeitgruppe Herkules."

Die Gruppenleiter und die Jugendlichen waren von der Idee sofort begeistert. Die Regensburger Künstlerin Renate Haimerl-Brosch hatte bereits im Jahr 2003 bei "Crescende - Künstler wachsen mit Behinderten, Behinderte wachsen mit Künstlern" mitgearbeitet und bei vielen weiteren Aktionen Erfahrungen in der Arbiet mit behinderten Menschen gesammelt. Auch Haimerl-Brosch war sofort begeistert von dieser Idee und war bereit, bei dem Kunstprojekt zu helfen. Und die Aktion Sonnenschein erklärte sich bereit, die Materialien und Unkosten für die Gestaltung der Bilder zu übernehmen. "Damit konnte Aktion Sonnenschein auch einmal etwas sponsern, das riesen Spaß macht, nicht immer nur Therapiematerialien und -geräte", freut sich Einrichtungsleiterin Aisch.

Zwölf Jugendliche meldeten sich sofort an, als die Malaktion im Jugendprogramm der Gruppe Herkules ausgeschrieben wurde. Wochenlang freuten sie sich schon auf die Malaktion. Künstlerin Haimerl-Brosch stellte zunächst das Thema vor, das große Freude auslöste. Alle hatten dann gemeinsam überlegt: "Wie soll er den aussehen, mein bester Freund, meine beste Freundin? Die Jungendlichen setzten sich gegenüber und unterhielten sich. Dann ging es an das Zeichnen eines Entwurfes.

Mit Begeisterung gingen sie an die Arbeit und waren kaum zu bremsen. Die Gruppenleiter Markus Bauer, Jutta Kellner und Barbara Völtl zusammen mit Dr. Christiane Kirndorfer, Susanne Heie und Angelika Aisch vom Kinderzentrum und die Künstlerin Renate Haimerl-Brosch hatten alle Hände voll zu tun, um für die engagierten Künstler Arbeitsmaterialen herbeizuschaffen, Farben anzumischen und Pinsel auszuwaschen. In nur drei Stunden entstanden so an einem Samstagnachmittag zwölf farbenprächtige Bilder von meinem besten Freund.

Die Bilder müssen nun trocknen. dann werden sie mit Firnis überzogen, erzählt die Künstlerin. Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und dem Hausmeister will Einrichtungsleiterin Aisch dann für jedes der Bilder einen besonderen Platz aussuchen. "Die Bilder müssen auf jeden Fall an Stellen im Haus aufgehängt werden, wo sie möglichst viele Besucher sehen können", ist für Aisch wichtig. Sie und alle anderen waren von den Ergebnissen der Aktion überaus begeistert. Aisch hat vor, im Herbst eine Vernissage zu organisieren. "Dann dürfen die Jugendlichen ihre Kunstwerke selbst aufhängen."

Text und Foto: Engelbert Weiß

Fotogalerie - alle Fotos: Markus Bauer

 

 

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