Gemeinsame Projekte Künstler und Behinderte



Tiere im Dschungelbaum

Crescende mit Renate Fillenberg, Adelgunde Stubenrauch und Ludwig Hammer

Renate Fillenberg und Ludwig Hammer arbeiten mit vier behinderten Jugendlichen aus der Bischof-Wittmann-Schule in Regensburg in der Galerie Hammer. Die Gruppe betreut von der Schule her Ergotherapeutin Adelgunde Stubenrauch, die als Mitarbeiterin im Atelier Graz ("Schule der Phantasie") künstlerisch aktiv ist.


In der idyllischen Altstadtgasse machte der Künstlergruppe das Arbeiten so richtig Spaß.

Adelgunde Stubenrauch hatte vor den Terminen in der Galerie mit der Gruppe jeweils das Mitagessen gekocht. "Mit dem Bus in die Stadt zu fahren ist für die Behinderten immer ein besonderes Erlebnis", erzählt sie ganz begeistert. Die Gruppe arbeitet zum Thema "Tiere im Dschungelbaum". Verschiedene Gestalten werden in Ytongsteine gearbeitet. Mit Hammer, Meißel, Säge und Bohrer gehen Karlheinz, Thomas, Daniel und Patrik an die Arbeit.

Die Schüler von der Bischof-Wittmann-Schule fühlen sich in der Galerie Hammer in der Regensburger Altstadt wohl. Bei schönem Wetter arbeitet die Gruppe in der engen Gasse vor der Tür. Das lässt die Behinderten Künstler wachsen, wenn Passanten stehen bleiben, neugierig nachfragen und dann sogar Tipps geben. Das gibt den Behinderten Auftrieb, steigert ihr Selbstbewusstsein. Damit entspricht das Projekt ganz dem Motto "Crescende", wachse! Eine andere Umgebung ist für Kinder oft anregend, betont Ludwig Hammer. Deshalb habe er auch angeboten, dass die Behinderten zu ihm in die Galerie kommen können. Hammer erlebte die jungen Künstler spontan und originell, "sie schöpfen aus einem anderen Grund".

Durchhaltevermögen gefordert

Zusammen mit den Künstlern bearbeiten die Schüler insgesamt acht Ytongplatten. Thomas ritzt eine Schlange, Blätter und zwei Schmetterlinge in den Stein. Karlheinz arbeitet mit dem Schnitzeisen Rillen heraus, bis ein Papagei zu erkennen ist. Auch eine Eule, Raupen und Blätter aus dem Dschungelwald entstehen. Anschließend werden die Ergebnisse mit Farben bemalt. Das Malen und Lackieren hat Thomas und Karlheinz ganz besonders Spaß gemacht. "Genau, da fehlt noch etwas Weiß", bestätigt Renate Fillenberg (rechtes Foto) die Entscheidung von Karlheinz, der nochmals zum Pinsel greift. Für die Behinderten war teilweise schon viel Unterstützung notwendig, erzählt Stubenrauch (linkes Foto). Von den Beteiligten war viel Durchhaltevermögen und Ausdauer gefordert. "Aber die Behinderten haben ganz toll mitgemacht", freuen sich die Künstler. Und die Gasse in der Altstadt hat auch den nötigen Raum geboten, sich zwischendurch mal kurz auszutoben.

Dynamisch, locker und feurig

"So, jetzt stellen wir die Platten einmal an die Wand", sagt Stubenrauch, "damit wir sie uns anschauen können." Das kräftige Orange wird noch mit einem wässerigen Braun verbessert. Und dann sind alle zufrieden und stolz auf die Ergebnisse ihrer künstlerischen Arbeit. Renate Fillenberg hat selbst viel Spaß daran gehabt, mit welcher Freude die Behinderten gearbeitet und gemalt haben. Fillenberg ist fasziniert, "wie einfach" die jungen Künstler die verschiedenen Formen in den Steinen gestalten. "Und jeder kann sie erkennen." Nicht strenge Linien und Formen sind für die Behinderten maßgebend, sondern sie gehen "dynamisch, locker und feurig" an die Arbiet.


Die sind doch wirklich schön geworden!

Die Ytongsteine werden dann zu einer Art Baum aufeinandergestellt. Innen wird eine Lampe installiert. Um die Beleuchtungstechnik wird sich Ludwig Hammer noch kümmern. Das Licht soll die Ritzen durchfluten und den obersten Stein beleuchten. Damit, so erwartet das Künstlerteam gespannt, soll ein ganz besonderer Effekt entstehen. Ob es dann im Dschungelbaum so richtig unheimlich wird?


So könnte das Ganze passen!

Text: Engelbert Weiß
Fotos: Christa Weiß


 

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